Juristische Fakultät
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Workshop zur Wissenschaftstheorie

"Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts"

Rechtsklugheit (iurisprudentia) oder Rechtswissenschaft (iuris scientia)? Als Rechtswissenschafterinnen und Rechtswissenschaftler beschäftigen wir uns tagtäglich mit ihr – mit der der „Wissenschaft des Rechts”. Aber wie wissenschaftlich ist die Rechtswissenschaft wirklich? Was unterscheidet sie, die Rechtswissenschaft – oder sind es gar die Rechtswissenschaften? – von anderen Einzelwissenschaften und was sind verbindende Elemente? Worin besteht ihr originärer Erkenntnisgegenstand und mittels welcher Methoden lässt sich dieser erschließen?

Ausgehend von diesen Überlegungen veranstalten Dr. Kristina Peters und Dr. Nina Schrott vom 13. bis 14.10.2022 an der LMU mit Nachwuchswissenschaftler:innen aller Fachsäulen einen Workshop zu dem Thema "Eine Theorie von der Wissenschaft des Rechts", zu dem Interessierte herzlich eingeladen sind.

In diesem Rahmen soll sich gemeinsam mit anderen rechtsphilosophisch interessierten NachwuchswissenschaftlerInnen auf die Suche nach den ontologischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen der Rechtswissenschaft begeben werden. Denn obwohl die oben aufgeworfenen Fragen den absoluten Kernbereich dessen betreffen, was unser aller „Kerngeschäft” darstellt, spielt ihre wissenschaftstheoretische Durchdringung und Beantwortung weder in der Grundlagendiskussion noch in der interdisziplinären Debatte eine dieser Bedeutung auch nur ansatzweise gerecht werdende Rolle. Stattdessen – so hat es bisweilen den Anschein – wird die Frage nach der Wissenschaftlichkeit der Jurisprudenz entweder angesichts ihrer institutionellen Etabliertheit vorschnell bejaht oder aber als akademisches Glasperlenspiel begriffen, welches gekünstelte Fragestellungen einer zwar womöglich rechtstheoretisch fundierten, aber für die Rechtspraxis dennoch weitgehend irrelevanten Lösung zuführt. Tatsächlich geht es in diesem Zusammenhang aber um nicht weniger als die Teilnahme der Jurisprudenz an der Rationalität der Wissenschaften und deren besonderen Erkenntnismethoden: Verhandelt wird damit letztlich, ob es die rechtswissenschaftliche Disziplin vermag, verlässliche Aussagen hervorzubringen.

Die Veranstaltung wird nach Art eines Workshops in kleinem Kreis stattfinden, sodass in entspannter Atmosphäre intensiv zu den einzelnen Fragen gearbeitet und diskutiert werden kann. Ausgangspunkt werden jeweils “Impulstexte” sein, die in Gestalt eines gemeinsamen Textapparats vorab allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden und zu denen jeweils ein/e Vortragende/r einen etwa 30minütigen Vortrag hält. Hiervon erhoffen die Veranstalterinnen sich konstruktive und zielführende Diskussionen. Zudem soll die Tagung eine Gelegenheit bieten, bei der sich der rechtstheoretisch und an den Grundlagen des Rechts interessierte Nachwuchs fachsäulenübergreifend kennenlernen und vernetzen kann.

Vorläufiges Programm


Block 1: Die Rechtswissenschaft im System der Wissenschaften

1. Wahrheit, Wissenschaft, Recht
Markus Abraham (Hamburg)

2. Die Objektivität juristischer Erkenntnis
Kristina Peters (München)

3. Ethischer Realismus und die Suche nach moralischen Wahrheiten
Alexander Stark (Hamburg)

4. Kritische Rechtstheorie
Bettina Rentsch (Berlin)

5. Innen und Außen – Binnendifferenzierungen und Interdisziplinarität in der Rechtswissenschaft
Dominik Schäfers (Frankfurt)


Block 2: Das wissenschaftstheoretische Fundament der juristischen Methodik – Bedingungen der Möglichkeit von Recht

6. Recht, Sprache und Interpretation
Philipp-Alexander Hirsch (Göttingen)

7. Die Rolle der Intention für die Bedeutung
Amadou Korbinian Sow (Berlin)

8. Was ist Rechtsdogmatik?
Jannis Lennartz (Berlin)

9. Subsumtion – Zwischen Technik und Theorie
Rike Sinder (Freiburg)

10. Fehlleistungen im Recht?!
Nina Schrott (München)

 

Die Ergebnisse des Workshops werden zeitnah in einem Tagungsband bei Nomos veröffentlicht.