Juristische Fakultät
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Jessup Team 2018/2019

Der Fall

The Case Concerning the Kayleff Yak

Der Fall des Jessup Moot Court 2018/2019 beschäftigte sich mit Fragen aus den folgenden Themengebieten:

  • The appropriation of traditional knowledge for commercial purposes
  • State responsibility for corporate environmental degradation and human rights violations
  • Majestic herds of migratory yaks

Das Team

Erfahrungs- und Erfolgsbericht

Team1819

v.l.n.r.: Ana Schumacher, Sophia Sorg, Moritz Fleig (Coach), Julia Naßl, Abe Chauhan, Lena Zahner (Coach), Katrin Müller (Coach)

Nach vier anspruchsvollen Vorrundenmatches rückte das Münchner Team bei den German National Rounds in Hamburg in die Ausscheidungsrunde vor, wo es sich in einem spannenden Match gegen das Team der Universität Freiburg durchsetzen konnte. Im Halbfinale trat das Team gegen den Gastgeber, die Universität Hamburg, an. Vor einer hochkarätig besetzen fünfköpfigen Richterbank lieferte das Team eine beeindruckende Performance ab, musste sich jedoch knapp geschlagen geben.

Insgesamt erreichte das Münchener Team den dritten Platz in der Gesamtwertung und den dritten Platz für den Schriftsatz. Außerdem gewann Abe Chauhan den "Best Oralist"-Award, wobei er sich gegen knapp 80 andere Studierende durchsetzen konnte.

Das gesamte Team bedankt sich herzlich bei allen Unterstützern und Sponsoren, namentlich bei der Kanzlei Jones Day, dem Alumniverein der Juristischen Fakultät sowie dem Alumniverein des Lehrstuhls für Völkerrecht!

Das Team stellt sich vor

Abe Chauhan

abeEin Hauptgrund für meinen Entschluss, ein Erasmusjahr an der LMU zu machen, war die Möglichkeit am Jessup Moot Court teilzunehmen. Ich hatte in England an mehreren Mooting-Wettbewerben meiner Universität und anderer Universitäten teilgenommen. Aufgrund der Einbindung in die Prüfungsphase ist die Teilnahme an einem internationalen Moot Court für englische Jurastudenten jedoch nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Dieses Problem tritt für deutsche Jurastudenten nicht auf. Außerdem wollte ich mir als englischer Austauschstudent die Möglichkeit erhalten, zusätzlich zu den schweren und verwirrenden deutschen Gesetzeskommentaren, weiterhin auf Englisch Lesen und Denken zu können.
Am Anfang meines Moot-Court-Erlebnisses dachte ich, dass ich wegen meiner Mooting-Erfahrung und Sprachkenntnis eine sehr vorteilhafte Position hätte. Der Jessup Moot Court war aber ein sehr anspruchsvolles (und deswegen lohnendes) Erlebnis. Es ist der größte und älteste internationale Moot Court der Welt und wird deswegen, und besonders an der LMU, sehr ernst genommen. Die Vorbereitung des Schriftsatzes – im Wesentlichen die größte Hausarbeit unseres Lebens – dauerte fünf Monate und war eine sehr spannende Zeit, insbesondere da das Gebiet des Völkerrechts mir am Anfang fremd war. Parallel dazu haben wir schon während der Schriftsatzphase damit angefangen uns für den mündlichen Teil des Moot Courts vorzubereiten. Es ist mir während dieser Zeit klargeworden, dass ich auch in rhetorischer Hinsicht noch viel zu lernen hatte.
Letzteres hat sich auf jeden Fall während der nationalen Runden in Hamburg ausgezahlt, wo ich den Preis für den Best Oralist erhielt. Die Erfahrungen während der Jessup-Zeit haben ein großes Interesse am Völkerrecht in mir geweckt, weshalb ich nun in London weitere Kurse belegen werde um meine völkerrechtlichen Kenntnisse zu vertiefen.

Julia Naßl

julia

Die internationale Perspektive wird besonders in den Anfangssemestern des Jurastudiums nur selten eingenommen. Doch da ich überzeugt bin, dass diese Perspektive in einer immer verknüpfteren Welt nicht mehr ausgeklammert werden kann, lag eine Teilnahme am völkerrechtlichen Jessup nahe. Nach längeren Auslandsaufenthalten in Lateinamerika war es besonders der diesjährige Themenkomplex der Menschenrechte indigener Völker, der mein Interesse zusätzlich weckte.
Der Jessup beginnt mit Recherchearbeit zur Erarbeitung des Schriftsatzes. Man wird mit ungeklärten Rechtsfragen konfrontiert, sodass kein Schema F existiert, das die passenden Antworten bereithält. Über Monate entwickelt man daher selbstständig juristische Argumentationslinien, die es möglichst überzeugend zu verkaufen gilt.
Nach der Schriftsatzphase ist aber eigentlich vor dem Jessup - jetzt geht es an dessen Herzstück, die Pleadings. Aller Anfang ist hier holprig, die Rolle des souveränen Counsels vor dem IGH mag noch nicht recht passen. Doch von Pleading zu Pleading findet man sich mehr in dieser Rolle zurecht, die Fragen der Richter entwickeln sich zu willkommenen Chancen, das eigene Können unter Beweis zu stellen. Dieses intensive rhetorische Training will ich in meinem Studium definitiv nicht mehr missen.
Kurzum, eine Teilnahme am Jessup stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, der teils doch trockenen Theorie des (deutschen) juristischen Studiums einen Hauch (internationale) Praxis zu verleihen!


Ana Schumacher

ana

Aufgrund meines Aufwachsens auf den Kanarischen Inseln und der Einbindung in den Betrieb meiner Eltern, die in der Tourismusbranche tätig sind, entwickelte ich schon früh ein Interesse für Sprachen und internationale Beziehungen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, diese Interessen mit dem Jurastudium verbinden zu können, bewarb ich mich für den Jessup Moot Court. Bei meiner ersten Bewerbung klappte es nicht, weshalb ich mich ein Jahr später erneut bewarb. In der Zwischenzeit hörte ich zwei Semester lang den Schwerpunkt Völker- und Europarecht. Zudem entdeckte ich die Welt von Model United Nations und besuchte drei dieser Konferenzen. Diese Eindrücke verstärkten mein Interesse am internationalen öffentlichen Recht. Der Jessup war eine einzigartige Erfahrung, die ich wärmstens weiterempfehlen kann. Besonders lehrreich war die mündliche Vorbereitungsphase, in der man lernte, überzeugend und selbstbewusst juristische Argumente zu präsentieren. Als Vertreterin des „bösen Staates“ musste ich manchmal schwierige Positionen vertreten, die einiges an Argumentationsaufwand erforderten, was jedoch umso bereichernder war. Die spannende und fordernde Arbeit mit dem Rest des Teams und den Coaches hat mir am meisten Spaß gemacht. Während der fachlichen Diskussionen hat man sich mitunter todernst Argumente und Quellen an den Kopf geworfen, sich danach aber immer wieder vertragen und persönlich zu schätzen gelernt.


Sophia Sorg

sophia

Da wir Jurastudenten der LMU während des Studiums leider nie so richtig in die wirkliche Welt der Juristen abseits von unseren Praktika Einblick bekommen - und auch dort nur einen kleinen Teil der zu leistenden Arbeit gezeigt bekommen - habe ich mich entschieden, dass ich gerne am Moot Court teilnehmen möchte. Außerdem fand ich es schon immer schade, dass uns solche für Juristen grundlegenden Fähigkeiten wie Rhetorik nicht beigebracht werden. Meine Familie, deren Wurzeln aus ganz Europa stammen hat aus Zufall immer in politisch problematischen Zonen gewohnt - so habe ich die Krise und den folgenden Krieg in der Ukraine selbst miterlebt - was natürlich nur noch mehr mein Interesse steigerte an einem völkerrechtlichen Wettbewerb teilzunehmen. Jedoch hat sich durch meine Teilnahme am Moot Court herausgestellt, dass er noch so viel mehr barg, als von mir erhofft. Ohne zu übertreiben kann ich behaupten, dass der Jessup für mich bis jetzt die interessanteste Zeit meines Studiums gewesen ist. Viele Stunden in der Völkerrechtsbibliothek wurden durch innige Freundschaften, Teamarbeit und das Pleaden vor internationalen Größen des Völkerrechts kompensiert. Der Höhepunkt waren definitiv die Tage in Hamburg und der Austausch mit anderen Studenten. Durch den Kontakt mit den Großkanzleien haben wir alle eine einzigartige Gelegenheit bekommen tiefer in die Jura-Welt einzutauchen und mit Praktikumsangeboten überrollt zu werden, weswegen ich trotz der langen Nächte und des wenigen Schlafs jedem raten würde, sich eine solch einzigartige Gelegenheit nicht entgehen zu lassen und auch in die Jessup-Welt einzutauchen.