Juristische Fakultät
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Jessup Team 2016/2017

Der Fall

The Case Concerning the Sisters of the Sun

Der Fall des Jessup Moot Court 2016/2017 beschäftigte sich mit Fragen aus den folgenden Themengebieten

  • transboundary water aquifers and the human right to water
  • the transboundry no-harm principle with regard to natural resources
  • cultural heritage
  • compensation for accepting migrants/refugees

Das Team

Das Team in Passau (German National Rounds)

JessupTeam2016-2017_groß

Das Team bei der "Awards Gala" auf dem Donauschiff "Regina Danubia" v.l.n.r. vordere Reihe: Natalie Stangl, Anna-Tamina Kiss, Letícia Haertel und Clemens Hufeld (Coach);

hintere Reihe: Thies Siemen, Nina Schwarz (Coach) und Vincent Kirschner (Coach)

Erfahrungs- und Erfolgsbericht

Die German National Rounds des Jessup Moot Courts, an denen 20 deutsche Universitäten teilnahmen, fanden vom 08. - 12. März 2017 in Passau statt. Das Moot Court Team der LMU durfte sich unter anderem gegen die Freie Universität Berlin und die späteren Halbfinalisten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg behaupten. Leider musste sich das Team in den mündlichen Runden der starken Konkurrenz letztlich geschlagen geben und konnte sich nicht für die internationalen Runden in Washington D.C. im April qualifizieren.

Das Team blickt dennoch auf tolle Erfahrungen in den mündlichen Verhandlungen zurück. Dort konnten die studentischen Teilnehmer ihre Fähigkeiten auf Englisch vor hochkarätigen Richterbänken, besetzt unter anderem mit Abdul Koroma (ehem. Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag), Prof. Andreas Paulus (Richter am Bundesverfassungsgericht) und Prof. Andreas von Arnauld (Universität zu Kiel), beweisen.

Besonders erfreulich ist letztlich, dass die ca. viermonatige, intensive Vorbereitung, während der das Team gemeinsam einen anwaltlichen, englischsprachigen Kläger- und einen Beklagtenschriftsatz anfertigte, nicht nur bei den National Rounds („Award for the best Memorials“ sowie „Award for the best Memorial for Respondent“) sondern erstmalig in der Geschichte der Teilnahme der LMU beim Jessup Moot Court auch auf internationaler Ebene mit dem „Hardy C. Dillard Award for Best Team Memorials“ (3. Platz von über 600 Teilnehmenden Universitäten) belohnt wurde.

Das gesamte Team bedankt sich herzlich bei allen Unterstützern und Sponsoren!

 

Das Team stellt sich vor

Anna-Tamina Kiss

Im Rahmen meines Engagements bei Amnesty International und anderen Organisationen wurde mein Interesse für Menschen- und Völkerrecht geweckt. Während eines Praktikums bei einer Kanzlei für Menschenrechte in Delhi, Indien, bekam ich dann erste praktische Einblicke in die Reichweite dieser Rechte für den Einzelnen und die Gesellschaft. Begründet durch diese Eindrücke, erschien mir die Zusammenarbeit im Team im Rahmen der Teilnahme am Jessup Moot Court auf dem Gebiet des Völkerrechts genau das Richtige. Die Arbeit mit dem Sachverhalt, dem internationalen Recht und vor allem auch im Rahmen der „Pleadings“, lehrte mich neben den Aufgaben eines „Anwalts“ auch die nötige Neutralität und Gewissenhaftigkeit juristischer Arbeit.
Neben einem tiefergehenden Verständnis von Völkerrecht, eröffnet die Teilnahme am Jessup Moot Court die Möglichkeit transnationale Vorgänge im juristischen Licht zu betrachten und internationale Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Arbeit als „Anwalt“ eines fiktiven Staates gibt darüber hinaus die Möglichkeit die anwaltlichen Fähigkeiten zu erlernen und zu schulen, was oft im akademischen Studium sekundäre Relevanz hat. Darüber hinaus bringt der juristische Vortrag in einer Fremdsprache vor Experten jedem Studenten neben dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten auch das Selbstbewusstsein für den „Mandanten“ zu sprechen und einzustehen.
Eine Teilnahme kann ich jedem Jurastudenten, gleich welchem Interessengebiet, nur wärmstens empfehlen. Das „Werkzeug“, das ein Moot Court lehrt, ist nicht nur für das Studium selbst sondern auch für die Zukunft sehr hilfreich - sei es die Zusammenarbeit im Team, die Erarbeitung der rechtlichen Aspekte des Falls oder die Übungen zum Sprachvortrag. Darüber hinaus eröffnet die Teilnahme zukünftig Möglichkeiten, sei es die Arbeit in international tätigen Großkanzleien oder längere Aufenthalte im Ausland.

Thies Siemen

Schon während meiner Schulzeit in Deutschland und den USA konnte ich mich für verschiedene Themengebiete begeistern. Dabei fanden insbesondere gesellschaftspolitische Fragestellungen, aber auch Bereiche der technischen Wissenschaften oder etwa der Biologie, meine Aufmerksamkeit.
Aus der Überzeugung heraus, dass ein Jurastudium die Möglichkeiten bietet, nicht nur verschiedenste dieser Bereiche miteinander zu verbinden, sondern auch eine analytische „juristische“ Perspektive zu entwickeln, entschied ich mich erst für das Studium in München und später für den Völker- und Europarechtlichen Schwerpunkt.
Als Chance, den nächsten Schritt in diese Richtung zu nehmen, war die Teilnahme am Jessup Moot Court für mich die Möglichkeit, meine Interessen mit einer konkreten juristischen Arbeitsweise zu verknüpfen.
Wann sonst bietet sich im Rahmen des Studiums die Gelegenheit, zu einer Position über das Recht eines Staates an seinen Kulturgütern oder etwa den Ansprüchen zweier Staaten an unterirdischen Wasserreserven zu gelangen und diese vor Gericht verteidigen zu dürfen?
Hiervon abgesehen, bietet der Wettbewerb die Möglichkeit, sich immens in Auftreten, Rhetorik und systematischer Arbeitsweise zu verbessern. Zudem hat mir insbesondere die Schriftsatzphase gezeigt, wie wichtig es für die juristische Arbeit ist, gezielt mit Argumenten umzugehen zu lernen.
Letztlich war der Jessup in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung. Eine Teilnahme neben dem „normalen“ Studium kann ich jedem nur empfehlen.

Natalie Stangl

Ein halbes Jahr lang intensiv im Team an einem spannenden Fall arbeiten, dabei die mündliche und schriftliche Arbeitsweise einer Anwältin kennenlernen, und das Ganze auf Englisch – dass ich all das unbedingt wollte, stand für mich fest, seitdem ich im zweiten Semester zum ersten Mal von Moot Courts gehört hatte. Im Auslandssemester an der Université de Bordeaux habe ich dann noch mein Interesse am Völkerrecht entdeckt und mich für den Jessup entschieden. Die Zeit als Mootie war eine einmalige Erfahrung, die ich trotz aller Anstrengungen auf keinen Fall missen möchte. Geblieben sind mir neben den tollen Erinnerungen und engen Freundschaften auch rhetorische Fähigkeiten, für die ich bei mündlichen Prüfungen, Vorträgen und Bewerbungsgesprächen sehr dankbar bin. Eine Bewerbung für den Jessup Moot Court (und auch die Teilnahme am Vorbereitungs-Tutorium) kann ich nur wärmstens empfehlen!