Juristische Fakultät
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Sommersemester 2021

Programm im Sommersemester 2021

Mittwoch

12.05.2021

Charlotte Wendland, M. Jur. (Oxford)

Lebzeitige Zuwendungen auf den Todesfall im Europäischen IPR

Verträge zugunsten Dritter und Schenkungen auf den Todesfall sind in vielen europäischen Rechtsordnungen bekannte Gestaltungen, mittels derer Vermögen im Todesfall übertragen werden kann. Sie liegen auf der Schnittstelle zwischen Erb- und Schuldvertragsrecht und werden auf Ebene des Sachrechts nicht einheitlich einer der beiden Kategorien zugeordnet. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Qualifikation dieser Institute im Internationalen Privatrecht. Der Vortrag soll mit Blick auf den Umfang der EuErbVO und der Rom I-VO verschiedene Qualifikationsmöglichkeiten vorstellen und bewerten und sich damit auch der Frage nähern, ob sich diese Gestaltungen in eine verlässliche grenzüberschreitende Nachlassplanung integrieren lassen.

Mittwoch

23.06.2021

Richard Rachlitz, LL.M. (Stellenbosch)

Wissen als Element des Tatbestands privatrechtlicher Normen

Der Umgang mit Wissensnormen ist in vielerlei Hinsicht von grundlegenden Unsicherheiten geprägt. Im Mittelpunkt steht das Elementarproblem der Wissenszurechnung. Rechtsprechung und Rechtswissenschaft sind seit jeher um eine Lösung bemüht – ohne klares Ergebnis. Auf Basis einer gründlichen Analyse des Wissensbegriffs und der tatbestandlichen Bezüge des Privatrechts auf „Wissen“ wird der Versuch skizziert, sich den Wissensnormen des Privatrechts neu anzunähern.

Mittwoch

07.07.2021



Dr. Patrick Zurth, LL.M. (Stanford)

Die Usurpationslehre Pickers: Siegeszug ins digitale Zeitalter?

Die Usurpationslehre zum vindikatorischen Verständnis von § 1004 BGB wurde maßgeblich von Eduard Picker geprägt. Den Grundstein hierfür legte er mit seiner Dissertation im Jahre 1971. Seitdem hat diese Auffassung zahlreiche weitere Anhänger gewonnen, die den negatorischen Anspruch aus § 1004 BGB aus seinem – wie sie meinen – deliktischen Korsett befreien und nach dem Vorbild des § 985 BGB interpretieren möchten: Störer könne nur sein, wer das fremde Eigentum noch beeinträchtige, sodass dem Nachteil des Gestörten ein reziproker Vorteil des Störers gegenüberstehen müsse. Erheblicher Kritik in der Literatur und expliziter Ablehnung der Rechtsprechung trotzt die Usurpationstheorie auf ihrem Vormarsch. Kürzlich entwickelte Picker sein Konzept sogar für die vor allem in Internetsachverhalten relevante sog. Störerhaftung von Intermediären weiter. Der Workshop soll daher nicht nur Gelegenheit zur Diskussion fundamentaler Haftungsprinzipien des Privatrechts geben, sondern diese deduktiv auch für die Sonderprivatrechtsmaterien des Immaterialgüter- und Medienrechts beleuchten.