Juristische Fakultät
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Krankheit während Prüfungsleistungen

Informationen zum Rücktritt von Prüfungen wegen Krankheit

1. Wie habe ich mich krank zu melden?

Die Krankmeldung erfolgt durch Vorlage eines ärztlichen Attestes beim PRÜFUNGSAMT. Ausreichend ist grundsätzlich das Attest eines niedergelassenen Arztes, zu den Ausnahmen s. u. Nr. 4.

2. Welche Angaben muss das Attest enthalten?

Das Attest muss die Beschreibung der gesundheitlichen Beeinträchtigung sowie die Angabe der sich daraus ergebenden Behinderung in der Prüfung enthalten. Die genaue Bezeichnung der Krankheit ist zweckmäßig, aber nicht entscheidend. Die Entscheidung über die Prüfungsunfähigkeit hat die Prüfungsbehörde zu treffen, nicht der Arzt. Der nicht weiter begründete Hinweis, dass der Prüfling prüfungsunfähig sei, genügt daher nicht. Schlichte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind nicht ausreichend.

Dem Verlangen des Prüflings gegenüber, ein in diesem Sinne ordnungsgemäßes Attest auszustellen, kann sich ein Arzt nicht erfolgreich auf seine Schweigepflicht berufen. Im Verlangen des Patienten, ein zur Feststellung seiner Prüfungsunfähigkeit durch das Prüfungsamt geeignetes Attest auszustellen, liegt die konkludente Entbindung des Arztes von der Schweigepflicht. Gelingt der Nachweis der Prüfungsunfähigkeit nicht, geht dies zu Lasten des Prüflings, der insoweit die Beweislast trägt.

3. Wann muss ich mich krankmelden?

Der Prüfungsrücktritt muss unverzüglich erfolgen, d. h. der Prüfling muss die Rücktrittserklärung zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt, zu dem sie von ihm in zumutbarer Weise hätte erwartet werden können, gegenüber dem PRÜFUNGSAMT abgeben.

4. Besonderheiten bei Krankheit während Prüfungsleistungen im Rahmen der Juristischen Universitätsprüfung und in Einzelfällen

Die Prüfungsordnung der Juristischen Fakultät bestimmt in §§ 29 Abs. 2 Satz 4, 45 Abs. 1 Satz 3, dass der jeweils zuständige Prüfungsausschuss allgemein oder im Einzelfall die Vorlage eines Attestes eines Vertrauensarztes der LMU verlangen kann. Für die Juristische Universitätsprüfung hat der Prüfungsausschuss von der allgemeinen Ermächtigung Gebrauch gemacht und bestimmt, dass für den Fall, dass ein Rücktritt von der Seminarleistung/studienabschließende Prüfung oder eine Fristverlängerung für die Abgabe der Seminararbeit in Betracht kommt, der Nachweis der Prüfungsunfähigkeit nur durch Vorlage des Attestes eines Vertrauensarztes erbracht werden kann.

Diese gutachterliche Bewertung von Studier- und Prüfungsunfähigkeit übernehmen ab sofort die Ärzte der Notaufnahme der Medizinischen Klinik, Ziemssenstr. 1, 80336 München, die Tag und Nacht geöffnet ist. Die Medizinische Notaufnahme befindet sich links vom Haupteingang, Ecke Lindwurmstrasse. 

Im Krankheitsfall haben sich Studierende grundsätzlich unverzüglich am Prüfungstag (vormittags!!) in der Notaufnahme der Medizinischen Klinik mit einem Attest vom Hausarzt vorzustellen. Besteht Prüfungsunfähigkeit, wird diese auf diesem Attest bestätigt. Ein Ausdruck ist vorsichtshalber mitzunehmen. Ein ausgestelltes Attest ist unverzüglich dem Prüfungsamt zuzuleiten. Sofern das Attest des Vertrauensarztes auf das Attest eines Haus- oder Facharztes Bezug nimmt, ist dieses zusammen mit dem Attest des Vertrauensarztes dem Prüfungsamt zuzuleiten.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass die Beweislast beim Prüfling liegt. Es wird daher dringend geraten, sich bei Krankheit sofort in die Ambulanz zu begeben, weil eine nachträgliche Feststellung der Prüfungsunfähigkeit in vielen Fällen nicht möglich ist, was zu Lasten des Prüflings geht.

Falls es Ihnen nicht möglich ist, die Ambulanz oder den Vertrauensarzt aufzusuchen, melden Sie sich bitte umgehend beim Prüfungsamt (universitaetspruefung@jura.uni-muenchen.de, Tel. 2180-6809 oder 2180-6957).

Sofern im Einzelfall das Attest des Vertrauensarztes verlangt wird, werden die Studierenden hierüber vom Prüfungsamt benachrichtigt.


 1 vgl. insg. Niehues: Schul- und Prüfungsrecht, Band 2, 4. Auflage, RdNr. 125 ff. insb. Nr. 133 f.