Juristische Fakultät
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Familien- und Erbrecht (Universität Konstanz)

Lehrveranstaltungstyp: Vorlesung
Veranstaltungssemester: SS 2017
Dozent: PD Dr. jur. Matthias Wendland, LL.M. (Harvard)
Zeit und Ort:

Fr. 10:00 bis 11:30 Uhr s.t., Hörsaal R 711

Der Pflichtstoff ist durch § 8 Abs. 2 Nr. 1 JAPrO auf dem Gebiet des Familienrechts weiter eingeschränkt worden. Er umfasst nur noch „die Bezüge des Familienrechts zum bürgerlichen Vermögensrecht“. Diese stehen daher auch im Mittelpunkt der Vorlesung. Hierher gehören aus dem Recht der allgemeinen Ehewirkungen vor allem die Schlüsselgewalt (§ 1357), Haftungsmilderungen (§ 1359) und Eigentumsvermutungen (§ 1362). Pflichtstoff bleibt ferner das eheliche Güterrecht, insbesondere die Verfügungsbeschränkungen im gesetzlichen Güterstand (§§ 1365 ff) und der Zugewinnausgleich (§§ 1371 ff). Behandelt werden ferner die Ehevertragsfreiheit und ihre Schranken (§§ 1408 ff) sowie schuldrechtliche Ausgleichsansprüche zwischen Eheleuten wegen geschäftlicher Mitarbeit und wegen ehebezogener Zuwendungen.

Im Kindschaftsrecht gehört zum Pflichtstoff die Verwandtschaft (§ 1589) sowie das Sorgerecht der Eltern und die gesetzliche Vertretung minderjähriger Kinder durch Eltern oder Vormund (§§ 1626, 1629, 1643, 1795). Die Vorlesung gibt jedoch – über diesen Pflichtstoff hinaus – einen Überblick über weitere wichtige Rechtsinstitute des Ehe- und Kindschaftsrechts. Dies gilt insbesondere für das Recht der Ehescheidung und der Scheidungsfolgen, für den Unterhalt zwischen Ehegatten und Verwandten, sowie das Recht der ehelichen und nichtehelichen Abstammung. Auf diese Weise wird den Studierenden das zum Verständnis der prüfungsrelevanten Teilbereiche erforderliche Gesamtbild des geltenden Familienrechts und seiner jüngsten Reformen vermittelt. Dieses umfasst auch neue familienrechtliche Institute, wie die eingetragene Lebenspartnerschaft sowie die im Schnittpunkt zwischen Familien- und Schuldrecht angesiedelte nichteheliche Lebensgemeinschaft.

Die Vorlesung soll ferner den als Pflichtfach in der Ersten Juristischen Staatsprüfung relevanten und durch § 8 Abs. 2 Nr. 1. JAPrO umgrenzten Ausschnitt des Erbrechts abdecken. Den Studierenden sollen nicht nur die Grundbegriffe des Erbrechts und die tragenden Strukturprinzipien erläutert, sondern auch die wachsende wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung des Erbrechts verdeutlicht werden. Besondere Vertiefung im Zusammenhang mit der Behandlung der gesetzlichen Erbfolge erfahren das Ehegattenerbrecht und sein Verhältnis zum Ehegüterrecht. Der Komplex "Verfügungen von Todes wegen" beinhaltet eine Darstellung der Bedeutung der Testierfreiheit für eine freiheitliche Gesellschaftsordnung, einen Überblick über die Arten letztwilliger Verfügungen, ihres möglichen Inhalts und ihrer Wirkungen sowie Fragen der Auslegung, Nichtigkeit und Anfechtbarkeit. Weitere Schwerpunkte bilden die Annahme und Ausschlagung einer Erbschaft sowie deren Anfechtbarkeit und die Problematik der Zuwendungen unter Lebenden auf den Todesfall.

Unter dem Stichwort "Erbengemeinschaft" werden Begriff und Rechtsfolgen gesamthänderischer Nachlassbindung sowie Fragen der Verwaltung und Auseinandersetzung des Nachlasses behandelt. Die Konnexität zwischen Sachenrecht und Erbrecht steht im Mittelpunkt der Darstellung der „Wirkungen des Erbscheins“. Die Erbenhaftung und das Pflichtteilsrecht sind nur im Überblick darzustellen, allerdings unter Beachtung ihrer Bedeutung für eine strategisch optimierte Erbfolgeplanung.

Weitere Informationen zur Vorlesung Familien- und Erbrecht finden Sie im Vorlesungsverzeichnis des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Konstanz. Die Materialien zur Vorlesung stehen auf der Lehrstuhlwebsite zum Download bereit.

Die Materialien zu dieser Vorlesung sind über die e-learning Platform ILIAS der Universität Konstanz verfügbar.

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