Juristische Fakultät
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Seminar „Recht der Digitalisierung“

Vom autonomen Fahren zum Cloud-Computing

Lehrveranstaltungstyp: Grundlagenseminar
Veranstaltungssemester: WS 2016/2017
Dozent: PD Dr. jur. Matthias Wendland, LL.M. (Harvard)
Zeit und Ort: Samstag 14. und 21. Januar 2017

Informationen und Hinweise

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar sind die schriftliche Ausarbeitung einer Seminararbeit einschließlich eines Thesenpapiers, der Vortrag der Arbeit vor den Seminarteilnehmern sowie die Teilnahme an der anschließenden Diskussion.

Zeit und Ort

Das Seminar findet als Blockseminar jeweils am Samstag den 14. und 21. Januar 2017 an der LMU München statt.

Seminararbeit

Die Seminararbeit kann je nach Absprache sowohl in der Vorlesungszeit des WS 2016/2017 als auch in der vorlesungsfreien Zeit angefertigt werden (Abgabetermin 6.02.2017 oder 7.4.2017). Für Studierende, die eine Zulassung zum Schwerpunktseminar im SS 2017 anstreben, ist mit der Teilnahme auch der rechtzeitige Erwerb des Grundlagenseminarscheins möglich.

Vorbesprechung

Interessenten sind zu einer Einführungsveranstaltung am Montag, den 31. Oktober 2016 um 18:00 Uhr s.t. in den Karl-Neumeyer-Saal, Institut für Internationales Recht, Veterinärstr. 5, 1. OG eingeladen, auf der über weitere Einzelheiten zum Seminar informiert wird. Die Teilnehmer können ein Seminarthema aus einer Themenliste wählen oder selbst ein Thema definieren, das sich in die Thematik des Seminars einfügt.

Anmeldung

Das Seminar ist voll belegt. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.

Bei Fragen zum Seminar können Sie sich gern per E-Mail an den Veranstaltungsleiter unter matthias.wendland@ jura.uni-muenchen.dewenden.

Beschreibung

Die fortschreitende Digitalisierung verändert in einer rasanten Geschwindigkeit weite Bereiche der Wirtschaft, der Gesellschaft und des Alltags. Nebendem der Übertragung „realer“ Sachen und der Inanspruchnahme persönlich erbrachter Dienstleistungen gewinnt der Handel mit digitalen Inhalten und Dienstleistungen eine immer größere Bedeutung. Die Installation einer neuen Handy-App oder die Nutzung eines Online-Navigationsdienstes dauert nur Sekunden. Dass damit Vertragsverhältnisse mit spezifischen Verpflichtungen und Rechten eingegangen werden, der Einzelne mit seinen persönlichen Daten als „Gegenleistung“ zahlt und dem Verbraucher auch Gewährleistungsrechte zustehen, ist den meisten Nutzern dabei kaum bewusst. Und auch das autonome Fahren wirft Haftungsfragen auf, die bislang kaum geklärt sind: Wer ist für Schäden verantwortlich, wenn der Unfall von einem autonom gesteuerten Fahrzeug verursacht wurde? Wie sind die Algorithmen zu definieren, nach denen das autonome Fahrzeug eine Risikoabwägung durchführt? Wer ist letztlich für autonom getroffene Entscheidungen von „Maschinen“ verantwortlich?

Die Digitalisierung des Rechts stellt Rechtswissenschaft und -praxis damit vor erhebliche Herausforderungen. Online- und Offline-Welt verschmelzen in zunehmendem Maße. Das Internet der Dinge wird schrittweise Realität. Mit der wachsenden Verfügbarkeit hybrider Produkte stellt sich die Frage des Verhältnisses von digitalen Inhalten und „realen“ Sachen. Verschärft wird die Problematik durch die Tatsache, dass das Vertragsrecht des über 120 Jahre alten BGB auf die Übertragung „realer“ Sachen und die persönliche Erbringung von Dienstleistungen zugeschnitten ist. Auf die Herausforderungen des Rechts in der digitalen Welt vermag das BGB auf den ersten Blick keine Antwort zu geben. Der 71. Deutsche Juristentag hat im September 2016 daher die Frage aufgeworfen, ob das BGB ein "Update" braucht. Und auch auf europäischer Ebene stehen mit zwei Richtlinienentwürfen der Europäischen Kommission zur Übertragung digitaler Inhalte und zum Online-Handel mit Waren grundlegende Veränderungen des Rahmens für ein „Recht in der digitalen Welt“ ins Haus.

Die Digitalisierung des Rechts gehört damit zu den großen Herausforderungen der Rechtswissenschaft und wird Wissenschaft, Gesetzgebung und Praxis in den kommenden Jahren verstärkt beschäftigen. Das Seminar geht diesen Fragen nach und beleuchtet die Auswirkungen der Digitalisierung auf das bürgerliche Recht aus verschiedenen Perspektiven.

Downloads