Juristische Fakultät
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U.S. Constitutional Law aus rechtsvergleichender Perspektive

Lehrveranstaltungstyp: Vorlesung
Dozent(en): Heidebach Martin
Veranstaltungsnummer: 03093
Zeit und Ort: Mittwoch, 16-18 Uhr c.t., HS A 014, Hgb.

Informationen und Hinweise

Die U.S. Constitution stammt aus dem Jahr 1787 und ist eine der ältesten geschriebenen Verfassungen, die noch in Kraft ist. Der U.S. Supreme Court kann sich somit auf eine über 200-jährige Rechtsprechungstradition berufen.

Die Bedeutung der US-Verfassung und des Supreme Court zeigen sich laufend in der politischen Diskussion in den USA, nicht zuletzt im Hinblick auf Maßnahmen und Verhalten des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, z. B. bei der Debatte über das vom Präsidenten verfügte Einreiseverbot für Staatsangehörige bestimmter islamisch geprägter Staaten.

Das verwundert nicht, denn alle großen gesellschaftlichen Fragen, die die USA auch heute noch bewegen, waren oder sind Gegenstand von Entscheidungen des Supreme Court: Sklaverei und ihre fortwirkenden diskriminierenden Folgen; das Recht auf Abtreibung; Ehe für gleichgeschlechtliche Partner; das Recht, Waffen zu tragen usw. Die Vorlesung möchte einen Einblick in die faszinierende Materie des US-Verfassungsrechts geben.

Zugleich führt die Beschäftigung mit einer anderen Verfassung zu einer neuen Sichtweise auf das eigene Recht. Scheinbare Selbstverständlichkeiten werden in Frage gestellt; eigene Vorstellungen geraten unter neuen Rechtfertigungsdruck. Ziel der Veranstaltung ist deshalb auch, durch Rechtsvergleichung zum Nachdenken über unser Verfassungsrecht anzuregen und damit zu vertieften Erkenntnissen des eigenen Rechts zu gelangen.

Aufgrund der Rechtsordnung des Common Law haben die Entscheidungen des Supreme Court überragende Bedeutung für das Verfassungsrecht der USA und stehen deshalb auch im Mittelpunkt der Veranstaltung. Meine Erwartung ist, dass Sie Texte zur Vorbereitung lesen, über die wir dann in der Vorlesung diskutieren werden. Die Unterrichtssprache ist Deutsch, die Texte sind überwiegend auf Englisch.

Die Vorlesung ist als Ergänzungsveranstaltung des Schwerpunktbereichs 9 ausgewiesen, steht aber darüber hinaus allen Studierenden offen, die sich beispielsweise

  •  aufgrund der aktuellen Entwicklungen in den USA für das dortige Verfassungssystem interessieren oder
  • durch Rechtsvergleichung ein besseres Verständnis des eigenen Verfassungsrechts gewinnen wollen oder
  • die überlegen, nach dem Studium einen L.L.M. in den USA zu erwerben. Aufgrund von Kontakten zur Tulane University in New Orleans gelang es im letzten Jahr, zwei Teilnehmerinnen des Kurses ein Stipendium für das L.L.M.-Studium an der dortigen Law School zu vermitteln.

Da sich die Veranstaltung auch intensiv mit dem deutschen Verfassungsrecht befassen wird, ist Voraussetzung für den Besuch, dass Sie bereits den Grundkurs im Öffentlichen Recht abgeschlossen haben.

Die Veranstaltung ist darüber hinaus in das Studienprogramm für den Aufbaustudiengang Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht aufgenommen. L.L.M.-Studierende sind herzlich willkommen und können den Kurs mit ihrer eigenen rechtsvergleichenden Sichtweise auf das deutsche Recht bereichern! Für die L.L.M.-Studierenden werde ich zum Ende des Semesters eine mündliche Prüfung anbieten. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Veranstaltung.

Bei Fragen zur Veranstaltung im Vorfeld können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden: martin.heidebach@jura.uni-muenchen.de

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