Juristische Fakultät
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  • Mitglied des Expertenkreises des Bundeswirtschaftsministeriums zur Umsetzung der EU-Vergaberichtlinie (ab Februar 2014)
  • Zukunftsfähige politisch-administrative Strukturen als Erfolgsfaktor der Wissenschaftsmetropole Ruhr

    Im Ruhrgebiet hat sich wie in vielen Stadtregionen ein Strukturwandel hin zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft vollzogen. Dieser Wandel verzeichnet beispielsweise im Aufbau der Wissensschafts- und Hochschullandschaft enorme Fortschritte; dies gilt jedoch nicht für alle Bereiche. Auch ist er in den Kommunen und Teilregionen des Ruhrgebiets in sehr unterschiedlichem Maße erfolgt. Die daran anknüpfende Diskussion um die Zukunftsfähigkeit des Ruhrgebietes als Region hat sich auch vor dem Hintergrund neuer Aufgabenstellungen im europäischen Zusammenhang und einer zunehmenden Globalisierung hin zu einer stärkeren gemeinsamen „Positionierung nach außen“ intensiviert.
    Dabei wird zunehmend deutlich, dass bislang diskutierte Vorschläge zur Verbesserung der Koordination und Steuerung durch die Bildung eines Regierungsbezirks Ruhrgebiet oder die Ruhrstadt wenig sinnvolle und realistische Optionen darstellen. In der polyzentralen Region des Ruhrgebiets müssen vielmehr Formen interkommunaler Kooperation gefunden werden, die bestehendes Kirchturmdenken überwinden und zu einer neuen Form polyzentrischer Steuerung und Koordination führen. Die bisherigen Debatten kommen jedoch zumeist über allgemeine Defizitanalysen nicht hinaus.
    Der Faktor Wissen ist im Rahmen des Strukturwandels zu einem zentralen Produktionsfaktor geworden, von dem die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Fähigkeit zur schnellen Interaktion in Form von Technologietransfer und Wissensteilung abhängen. Gefragt sind wechselseitige Verflechtungen, die keine räumlichen Grenzen im herkömmlichen Sinn mehr kennen. Um im internationalen Standortwettbewerb zu bestehen, muss die Kooperation und Wissensvernetzung innerhalb des Ruhrgebiets intensiviert werden.
    An diese Entwicklung anknüpfend liegt dem Projekt die These zugrunde, dass eine erfolgreiche Weiterentwicklung der „Wissenschaftsregion Ruhrgebiet“ ohne die Entfaltung angemessener regionaler Politik- und Verwaltungsstrukturen sehr schwierig werden dürfte. Das Projekt zielt darauf ab, Möglichkeiten und Grenzen politisch-administrativer Strukturen einer Wissensregion Ruhrgebiet zu analysieren und Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Steuerung und Koordination zu erarbeiten. Neben der Wissenschaftslandschaft sollen dabei auch die Politikfelder Kultur und ÖPNV mit in die Betrachtung einbezogen werden.
    Mit diesem Forschungsziel verbinden sich folgende Untersuchungsfragen:

    • Inwieweit entsprechen die politisch-administrativen Strukturen den Herausforderungen einer aufstrebenden, sich stärker diversifizierenden und international ausgerichteten Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet?
    • Wie können die existenten endogenen Entwicklungspotenziale im Ruhrgebiet nutzbar gemacht werden?
    • An welche rechtlichen Grenzen stoßen diese Entwicklungspotenziale?
    • Welche Bedeutung kommt den Kontextfaktoren hinsichtlich ihrer Erklärungskraft für institutionelle Veränderungen zu (Rechtsrahmen, Förderprogramme, Sozioökonomischer Hintergrund, Strukturwandel etc.)?
    • Welche politisch-strategischen Empfehlungen zur Konstituierung bzw. Weiterentwicklung einer Wissenschaftsregion ergeben sich für das Ruhrgebiet? Können aus der interdisziplinären wissenschaftlichen Analyse konkrete rechtspolitische Forderungen, insbesondere an den Landesgesetzgeber, aber auch an kommunale Akteure abgeleitet werden?
    • Wie bilden sich die Akteurkonstellationen ab? Welche Besonderheiten der Governance-Struktur können identifiziert werden? Welchen Einfluss haben die gegebenen Pfadabhängigkeiten?
    • Ergeben sich durch die Betrachtung der Erfahrungen in der Vergleichsregion Frankfurt Rhein-Main Lernmöglichkeiten für die Wissenschaftsregion Ruhrgebiet?

    Diesen Fragestellungen soll durch die Weiterentwicklung der theoretischen Konzepte des Metropolitan Governance und des Polyzentrismus mithilfe qualitativer Methoden nachgegangen werden.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Lehrstuhls von Prof. Bogumil.

  • Lehrbuch Vergaberecht, C. H. Beck Verlag

  • Beck'scher Großkommentar Vergaberecht (zusammen mit Prof. Dr. Meinhard Dreher, Mainz)