Juristische Fakultät
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Jessup Team 2014/2015

Der Fall

The Case Concerning the Secession and Annexation of East Agnostica

Der Fall des Jessup Moot Court 2014/2015 beschäftigte sich mit Fragen aus den folgenden Themengebieten:

  • The support of an internal secessionist movement in one country by another country
  • The secession of a province from one country and its annexation by another
  • Treaty interpretation and the applicability of treaties in the face of changed circumstances
  • The propriety of counter-measures

 

Das Team

Das Team in Heidelberg (German National Rounds)

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Das Team der LMU vor dem Finale im alten Senatssaal der Universität Heidelberg; v.l.n.r. sitzend: Lena Zahner, Philip Nedelcu, stehend: Quirin Weinzierl (Coach), Anna Pich (Coach), Michael Strecker, Florian Knerr (Coach), Vincent Kirschner; nicht im Bild: Stefanie Hempel (Coach).

 

Das Team in Washington (International Rounds)

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Das Team der LMU bei der Preisverleihung bei den internationalen Runden in Washington, D.C.; v.l.n.r. Anna Pich (Coach), Michael Strecker, Lena Zahner, Philip Nedelcu, Vincent Kirschner, Quirin Weinzierl (Coach) und Florian Knerr (Coach); nicht im Bild: Stefanie Hempel (Coach).

 

Erfahrungs- und Erfolgsbericht

Das Jessup Moot Court -Team der LMU 2014/15 hat sich als erstes Team der LMU seit über 30 für die internationalen Runden des Philip C. Jessup Moot Courts in Washington, D.C. qualifiziert. Das Team schaffte es ins Finale und plazierte alle Teilnehmer in der Liste der besten 20 von ca. 100 Teilnehmern (Best Oralist: Michael B. Strecker, 3rd best Oralist: Philip Nedelcu).

Auch bei den internationalen Runden des Jessup Moot Court vom 5.-11.04.2015 erzielte das Team einen in der Geschichte der LMU nie dagewesenen Erfolg. Es belegte in den Vorrunden den 25. Platz und qualifizierte sich damit für die Knock-Out-Runden. Dort konnte es sich im Sechzehntel-Finale gegen die Universität Denver (USA) durchsetzen und zog in die Runde der besten 16 von ca. 550 Teams weltweit ein. Im Achtelfinale musste es sich in einem knappen Match dem späteren Siegerteam der Universität Sydney (Australien) geschlagen geben.
In der Einzelwertung haben die Mitglieder des Teams erneut hervorragend abgeschnitten und konnten sich alle unter den ersten 100 aus insgesamt über 500 Rednern bei den Internationalen Runden in Washington platzieren. Im Einzelnen belegten Philip Nedelcu Platz 27, Vincent Kirschner Platz 31, Michael Strecker Platz 53 und Lena Zahner Platz 62.
Auch im nationalen Vergleich schnitt das Team herausragend ab. Das Team konnte sich als einziges der drei in Washington, D.C. vertretenen, deutschen Teams für die Knock-Out-Runden der besten 32 qualifizieren und seine Teammitglieder unter den besten 100 Rednern platzieren. In den letzten zehn Jahren konnte nur ein deutsches Team eine höhere Vorrundenplatzierung erreichen (Jena, 2006 - 18). Außerdem gelang es in den letzten zehn Jahren nur zwei weiteren deutschen Teams, bis ins Achtelfinale zu gelangen (Heidelberg und Jena, 2013).

 

Das Team stellt sich vor

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Das Münchner Team bestand aus Vincent Kirschner (3. von links), Philip Nedelcu (4. vl.l), Lena Zahner (5. v.l.) und Michael B. Strecker (6. v.l.). Das Team wurde von Stefanie Hempel (nicht im Bild), Florian Knerr (2. v.l), Anna Pich (1. v.l.) und Quirin Weinzierl (7. v.l.) betreut.

Lena Zahnerthumb_DSC_0401_1024 (mini)

Der Gerechtigkeitsgedanke innerhalb eines Rechtssystems hatte mich ursprünglich zum Jurastudium inspiriert. Da dieser meiner Meinung nach im internationalen Recht noch am besten zur Geltung kommt, interessierte ich mich schon früh für dieses Rechtsgebiet. Während meines Auslandssemesters in Neuchâtel befasste ich mich dann zum ersten Mal und auf mehreren Sprachen mit dem Völkerrecht. Insbesondere die Zusammensetzung der Rechtsquellen, die auf verschiedenste rechtliche und oft auch auf politische Weise entstehen, faszinierte mich hierbei, was auch der brandaktuellen Fall in unserem Jahr, der an die Krim-Krise angelehnt war, bestätigte. Aber auch die enge Zusammenarbeit im Team und vor allem die mündliche Plädoyerphase, bei der man an einem perfekten Auftreten und Präsentieren in einer fremden Sprache feilt, waren unglaublich spaßig undlehrreich. Nach einem tollen Wettbewerb in Heidelberg war die Wettbewerbswoche in den USA, bei der man auf die besten Universitäten weltweit trifft, der krönende Abschluss und hat die Teilnahme am Jessup Moot Court für mich mit zum besten Abschnitt meines Studiums gemacht.

Philip Nedelcuthumb_DSC_0390_1024 (mini)

Schon seit meiner Schulzeit interessiere ich mich für politische und geschichtliche Fragen. Nachdem ich bereits kurz nach Beginn meines Studiums mit dem Lehrstuhl als Hilfskraft am Lehrstuhl für Völkerrecht anfing, ließ mich das Völkerrecht nicht mehr los. Daher belegte ich auch während meines Auslandsaufenthalts in Seoul vor allem Kurse zum internationalen Recht sowie im Bereich der internationalen Beziehungen. Mich fasziniert an diesem Bereich sowohl seine Vielschichtigkeit, als auch die enge Verzahnung von Recht und Politik. Die Teilnahme am Jessup schien mir als ideale Gelegenheit, das Völkerrecht praxisnah wie nie zu erleben und gleichzeitig einen Einblick in die anwaltliche Arbeit zu erhalten. Bereits während der Schriftsatzphase hatte ich großen Spaß an der intensiven Teamarbeit, noch besser gefiel mir allerdings die Pleadingphase. Es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl, seine Argumente vor Koryphäen des Völkerrechts zu präsentieren und ihre kritische Fragen zu beantworten. Außerdem stellt der Jessup eine tolle Gelegenheit dar, andere Studierende aus dem Bereich des Völkerrechts kennenzulernen. Gerade die internationalen Endrunden in Washington, D.C. haben mir auch diesen „sozialen“ Teil des Jessups vermittelt. Alles in allem war die Teilnahme am Jessup eine einzigartige Erfahrung, die ich allen völkerrechtlich interessierten Studierenden nur ans Herz legen kann.

Michael Benjamin Streckerthumb_DSC_0422_1024 (mini)

Bereits nach dem Abitur bereiste ich für 7 Monate drei Kontinente. Die dortigen Erfahrungen stärkten mein Interesse an internationalen Beziehungen. Daher entschied ich mich Rechtswissenschaften (LMU München) und Politikwissenschaften (HfP München) zu studieren. Der Besuch einer Vorlesung im Internationalen Recht während meines Auslandssemesters an der Seoul National University (Südkorea) bewegte mich letztlich zur Wahl des Schwerpunktbereichs Völker- und Europarecht an der LMU. Besonders spannend finde ich dabei stets das Spannungsfeld zwischen Realpolitik und völkerrechtlichem Idealismus - ein Spannungsfeld, das sich nahezu jedes Jahr im Jessup Moot Court Fall wiederfindet und im Jahr meiner Teilnahme in der Frage um die völkerrechtliche Zulässigkeit einer Sezession zum Ausdruck kam. Dass ich dabei die Seite vertreten durfte, die am wenigsten meiner persönlichen rechtspolitischen Überzeugung entspricht, hat den Jessup Moot Court für mich zu dem bis dato inhaltlich (und auch zwischenmenschlich!) spannendsten Jahr meines Studiums gemacht. Eine Teilnahme kann ich daher jedem Interessenten nur empfehlen.

Vincent Kirschnerthumb_DSC_0362_1024

Vor meiner Teilnahme am Jessup-Moot-Court hatte ich in akademischer Hinsicht kaum Kontakt mit dem Völkerrecht. Als Marineoffizier der Reserve bin ich allerdings in vielerlei Hinsicht damit in Verbindung gekommen. Zum einen bildeten Elemente des Seevölkerrechts und des humanitären Völkerrechts Teil unserer Ausbildung. Zum anderen habe ich während zwei internationalen Einsätzen am Horn von Afrika und im Mittelmeer erfahren, welche Rahmenbedingungen und Grenzen das Völkerrecht für solche Einsätze schafft, und welchen Mehrwert internationale Kooperation bringen kann. Darüberhinaus entwickelte ich schon früh, u.a. durch direkte Einblicke in den Aufbauprozess in den Balkanstaaten über die Tätigkeit meines Vaters und ein Austauschjahr in Japan, ein reges Interesse für die Politik und das Zusammenspiel von verschiedenen Akteuren in der internationalen Gemeinschaft. Der Jessup-Moot-Court bot eine hervorragende Gelegenheit den akademischen Einstieg in die Welt des Völkerrechts zu finden. Dieses Wissen ermöglichte es mir im Anschluss meine Kenntnisse im Rahmen des Certificate in Transnational Law der Universität Genf weiter auszubauen und bietet nun eine hervorragende Grundlage für den Einstieg in den Schwerpunktbereich 9. Letztlich haben die Arbeit im Team und die Wettbewerbe in Heidelberg und Washington, D.C, aber vor allem großen Spaß gemacht und mich auch in den Bereichen Teamarbeit, Rhetorik und effektiven Arbeitseinteilung weiter gebracht.

Anna Pich (Coach)

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Quirin Weinzierl (Coach)

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Florian Knerr (Rhetorikcoach)

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