Juristische Fakultät
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Jessup Team 2015/2016

Der Fall

The Case Concerning the Frost Files

Der Fall des Jessup Moot Court 2014/2015 beschäftigte sich mit Fragen aus den folgenden Themengebieten

  • questions concerning the legality of mass surveillance programs
  • the detention of alleged members of terrorist groups
  • the expropriation of property protected by rules of immunity allegedly used in such programs
  • the international legal consequences of cyberattacks attributable to states

Das Team

Das Team in Washington (International Rounds)

  washington2016

Das Team der LMU bei der Preisverleihung bei den internationalen Runden in Washington, D.C.; v.l.n.r. Florian Knerr (Coach), Clemens Hufeld, Celia Diederichs, Nina Schwartz, Philip Nedelcu (Coach), Mahja Afrosheh und Michael Strecker (Coach).

Erfahrungs- und Erfolgsbericht des Teams

Das diesjährige LMU-Team, bestehend aus Nina Schwartz, Mahja Afrosheh, Celia Diederichs und Clemens Hufeld, hat sich sechs Monate intensiv mit Fragen zu Massenüberwachung, Cyberangriffen und Terrorismusbekämpfung beschäftigt. Betreut wurden die Studierenden am Lehrstuhl für Völkerrecht und Öffentliches Recht von Florian Knerr, LL.M. (University of Virginia), Philip Nedelcu und Michael Strecker.

Nachdem sich das Team bei den in München ausgerichteten National Rounds mit einem hervorragenden zweiten Platz für die International Rounds in Washington, D.C. qualifiziert hatte, konnte es sich dort mit guten Vorrundenergebnissen gegen Universitäten aus Toronto, Peking, Sere Kunda und Warschau unter den besten 32 Teams platzieren (Platz 27) und so in die K.O.-Runde einziehen. Leider mussten sich die Münchner dort in einem knappen Match dem Team der Universität Wien geschlagen geben. Erfreulich war außerdem, dass Clemens Hufeld (Platz 28) und Celia Diederichs (Platz 33) als Einzelsprecher unter den besten 100 Oralists in Washington platziert waren.

Mit dem guten Ergebnis in Washington konnten die Münchner an die Erfolge im letzten Jahr anknüpfen, als ebenfalls der Einzug in die Finalrunde gelang. Finanziell unterstützt wurde das LMU-Team von den Kanzleien Noerr, DLA Piper, Gleiss Lutz, CMS Hasche Sigle, Heussen, Dilling, WACH + MECKES und Weil, Gotshal & Manges sowie von der Münchner Universitätsgesellschaft und dem Verein der Alumni und Freunde des Lehrstuhls für Völkerrecht. Das Team dankt seinen Unterstützern, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre.

 

Das Team stellt sich vor

Mahja Afrosheh

Bereits in der Schulzeit habe ich mich für internationale Zusammenhänge interessiert – nicht zuletzt aufgrund meiner iranischen Herkunft und eines Auslandsschuljahres in Arizona. Daher lag es mir sehr am Herzen auch im Rahmen der juristischen Ausbildung nicht auf das deutsche Recht beschränkt zu sein. Erstmals habe ich mich während eines Auslandssemesters in Bordeaux intensiver mit internationalem Recht auseinander gesetzt und eine Begeisterung hierfür gewonnen.
Der Jessup Moot Court stellte für mich eine einzigartige Möglichkeit dar, mich mit Rechtsfragen in einer Tiefe auseinanderzusetzen wie es sonst im Studium nicht möglich ist. Bereits in der Schriftsatzphase haben wir im Team intensiver als je zuvor rechtliche Probleme recherchiert und diskutiert, zum Beispiel die Frage, inwieweit die Präventivhaft von Terrorismusverdächtigen zulässig ist.
Noch größere Herausforderungen und mehr Spaß standen uns allerdings in der mündlichen Phase bevor. Es war ein einzigartiges Gefühl, vor Koryphäen des internationalen Rechts zu plädieren und erforderte durchaus Übung, sich nicht von kritischen Rückfragen aus der Ruhe bringen zu lassen.
Der krönende Abschluss war die Woche in Washington D.C., in der wir gegen Teams aus aller Welt angetreten sind, und uns gleichzeitig mit Studenten aus aller Welt angefreundet haben. Der Moot Court war für mich auf fachlicher sowie auf persönlicher Ebene eine absolute Bereicherung.

Celia Diederichs

Durch den Besuch eines Prozesses an dem ICTY (International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia) 2012 wurde mir die Bedeutung eines funktionierenden internationalen Rechtssystems schon vor Beginn meines Studiums nahe gelegt. Auch aufgrund eines vierjährigen Auslandsaufenthalts in China während meiner späten Kindheit, war ich schnell für die Durchsetzung von Gemeinschaftsinteressen in Ländern unterschiedlichster Kulturen zu faszinieren. Aus diesen Gründen bewarb ich mich auch ohne jegliche Vorkenntnisse im Völkerrecht für den Jessup-Moot-Court. Während meiner Teilnahme konnte ich den Prozess, die Rahmenbedingungen und die Folgen eines zwischenstaatlichen Rechtsstreits anhand von höchst aktuellen Themen kennenlernen. Die Verflechtung des Rechts mit der Politik bietet dabei eine Vielfalt von Möglichkeiten, die jeweiligen Interessen zu vertreten. Anders als im sonstigen Studium zählt neben der juristischen Begründung eines Argumentes insbesondere auch die rhetorische Fähigkeit für einen überzeugenden Vortrag. Demnach wird der Jessup-Moot-Court insbesondere durch die mündlichen Verhandlungen auf nationaler und gegebenenfalls sogar internationaler Ebene zu einer spannenden und einzigartigen Erfahrung. Außerdem stellt der Jessup-Moot-Court eine großartige Chance dar, eine gemeinsame Leistung als Team zu erbringen. Unabhängig von der Schwerpunktsetzung im sonstigen Studium kann ich jedem Interessenten eine Teilnahme daher nur empfehlen.

Clemens Hufeld

Der Jessup Moot Court war für mich akademisches Neuland und ein vorbehaltlos bereicherndes Projekt. Ich war durch meinen Schulabschluss in England zwar sprachlich gut für den englischen Wettbewerb geeignet, hatte aber keinerlei Konzept davon, was Völkerrecht ist. Für mich stand bei der Bewerbung der argumentative Wettbewerb im Vordergrund. Im Laufe des Projekts bin ich dem Völkerrecht immer näher gekommen, sodass ich nun auch den Schwerpunktbereich im Völker- und Europarecht belege. Die Vorbereitung auf die nationalen Vorentscheide in München hat mir nicht nur bessere Recherchefähigkeiten, Argumentationsfähigkeit und ein Verständnis von völkerrechtlichen Situationen gegeben, sondern vor allem wunderbare Freundschaften hervorgebracht. Es hat unheimlich Spaß gemacht sich mit dem Handwerkszeug, das man als Jurist lernt, zum Thema Cyber-Security auf einem Niveau auseinanderzusetzen, das man sonst im Studium kaum erreichen kann. Die Coaches und der Lehrstuhl haben das Team jederzeit unterstützt und uns dazu gebracht etwas zu leisten, auf das ich noch lange mit Stolz zurückblicken werde.

Nina Schwartz

Vor meiner Teilnahme am Jessup Moot Court hatte ich noch nicht viel Erfahrung im Bereich des Völkerrechts gesammelt. Im Hinblick auf meine Auslandserfahrung während der Schulzeit hat der international orientierte Wettbewerb jedoch auf Anhieb mein Interesse geweckt. Besonders spannend war für mich das intensive Arbeiten an hochaktuellen Themen im Bereich internationaler Beziehungen, in unserem Jahr ging es um die NSA und Snowden Affäre, innerhalb eines kleinen Teams. Auch bot die Teilnahme am Moot Court für mich eine einzigartige Möglichkeit, während des Studiums einen Einblick in die anwaltliche Praxis zu gelangen und meine rhetorischen Fähigkeiten zu trainieren. Krönender Abschluss dieser aufregenden Zeit war die Qualifikation zu den internationalen Runden, die uns ein Ticket nach Washington sicherte. Dort konnte man sich nicht nur mit den besten internationalen Teams messen, sondern auch andere Studierende aus aller Welt kennenlernen. Insgesamt ist eine Teilnahme am Jessup Moot Court nicht nur eine spannende Abwechslung zur regulären universitären Ausbildung, sondern schafft auch einen hervorragenden Einstieg für alle, die sich für den Schwerpunktbereich 9 interessieren.