Juristische Fakultät
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Allgemeine Informationen

Geschichte

Der Philip C. Jessup International Law Moot Court, benannt nach einem amerikanischen Völkerrechtsgelehrten und ehemaligem Richter des Internationalen Gerichtshofs (IGH), ist der größte, älteste und renomierteste internationale Moot Court auf dem Gebiet des Völkerrechts. Der Jessup Moot Court simuliert eine Gerichtsverhandlung in englischer Sprache vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Begründet wurde er 1959 von Studenten der Universität Harvard. Seither wird er jährlich von der International Law Students Association (ILSA) organisiert. Zurzeit nehmen etwa 2.500 Studierende von knapp 650 Universitäten aus etwa 95 Ländern teil. Die LMU wird sich auch in diesem Jahr unter Betreuung des Lehrstuhls für Völkerrecht und Öffentliches Recht beteiligen.

Ablauf

Die Schriftsatzphase (i.d.R. ca. September - Januar) beginnt mit der Veröffentlichung des Falles (sog "Compromis") durch ILSA und Endet mit der zeitgleichen Abgabe zweier anwaltlicheer Schriftsätze (ein Kläger- und einen Beklagtenschriftsatz à jeweils 9.500 Wörter). Während dieser Zeit treffen sich die vier TeilnehmerInnen nahezu täglich an einem speziell für sie am Lehrstuhl reservierten Konferenztisch, um gemeinsam, mithilfe von ein bis drei Coaches des Lehrstuhls oder aus den vorherigen Teams, an den Schriftsätzen zu arbeiten.

Die Schriftsätze werden dann in der mündlichen Phase (ca. Januar - März) in Plädoyers umgewandelt und anhand unzähliger interner Probeverhandlungen gegen das eigene Team vor ehemaligen TeilnehmerInnen, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen,... als RichterInnen, verfeinert. Dabei finden die Verfahrensregeln des Internationalen Gerichtshofs (IGH) Anwendung.

Probe-Pleading

Das Team 2015/16 bei einer internen Probeverhandlung vor ehemaligen Teilnehmern und wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Der Nationale Vorentscheid (ca. Mitte März), bei dem jedes Jahr zwanzig deutsche Universitäten teilnehmen ähnelt einer Fußball-Weltmeisterschaft. Jedes Team tritt in einer Gruppenphase zweimal als Kläger und zweimal als Beklagter gegen einen andern Gruppengegner auf. Im Anschluss "verhandeln" die besten acht Teams im K.O.-Verfahren um den Sieg. Die besten drei Teams fahren dann nach Washington D.C. zu den Internationalen Runden (ca. Mitte April), bei denen ca. 95 Teams im gleichen Verfahren einen Sieger ermitteln.

Die RichterInnen bei den nationalen und internationalen Ausscheidungsrunden sind VölkerrechtlerInnen aus Lehre und Praxis. Sowohl bei den nationalen als auch bei den internationalen Ausscheidungen beteiligen sich zudem idR amtierende RichterInnen des IGH an den Verhandlungen.

Ablaufplan 2017/18

Voraussichtlicher Ablaufplan für 2017/2018 anhand der Daten des Vorjahres

Inhalt

In den letzten Jahren behandelten die zumeist sehr aktuellen Fälle unter anderem das Recht auf Privatsphäre und internationale Massenüberwachung sowie das Abhören hoher Staatsangehöriger; das Völkerrecht im Cyberspace; Probleme der internationalen Terrorismusbekämpfung und des Einsatzes bewaffneter unbemannter Drohnen bzw. des  „targeted killing“. Der Fall des Jahres 2014/15 war eng an den Krim-Konflikt zwischen Russland und der Ukraine angelehnt und wird seit März 2017 tatsächlich vor dem IGH verhandelt. Eine Übersicht der Themen und der Münchner Teams der vergangenen Jahren findet sich auch hier.

Vorbereitung und Teilnahme

Im Sommersemester eines jeden Jahres wird in der Regel ein Tutorium zur Teilnahme am Jessup und anderen Moot Courts angeboten, bei dem bereits kleine Fälle be- und verhandelt werden.

Die Auswahl der Münchner Teammitglieder findet idR im Juli eines jeden Jahres statt. Entsprechende Informationen zur Bewerbung werden unter aktuelle Informationen rechtzeitig bekanntgegeben. In dieser Zeit wird idR auch ein Showpleading durch die Mitglieder des Vorjahres-Teams angeboten. 

Eine Teilnahme bietet die Möglichkeit, seine Englisch- und Völkerrechtskenntnisse sowie Teamfähigkeiten unter Beweis zu stellen und auszubauen. Für ihre Teilnahme erhalten die Studierenden eine Bestätigung über die Teilnahme an einem Moot Court als Zusatzausbildung nach § 37 Abs. 4 Satz 2 JAPO (sog. "Freischussverlängerung") sowie wahlweise einen Grundlagenseminarschein oder eine Bestätigung über eine Fachsprachenausbildung.

Mehr allgemeine Informationen zum Wettbewerb sind zu finden unter:

http://www.ilsa.org/jessup/

Genauere Informationen zur Teilnahme finden sie hier.