Juristische Fakultät
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Sommersemester 2011

Programm im Sommersemester 2011

Montag, 23.5.2011

 

 

Dr. Cajetan von Aretin

Die bemerkenswerte Sanierung des Bankhauses Hardy & Co. GmbH 1934 - 1937

Das Bankhaus Hardy gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu den renommiertesten deutschen Privatbankhäusern und geriet im Zuge der Bankenkrise 1931 in finanzielle Schwierigkeiten. Die nach mehreren Anläufen erst Ende der 30er Jahre erfolgreiche Abwendung der „Liquidierung" ging im Ergebnis auf die gesamtwirtschaftliche Erholung seit 1936 zurück. Die kritischen Jahre aber hat Hardy durch Stützungsmaßnahmen überlebt, deren Bewilligung auf Bilanzschönungen und der Verschleierung von Risiken beruhten. Die erstmalige Erschließung unveröffentlichten Akten- und Bilanzmaterials ermöglicht die Darstellung dieser ungewöhnlichen Bankenrettung und die Analyse der Bilanzdaten. Die Abweichungen vom tatsächlichen wirtschaftlichen Status des Bankhauses geben den Vorgängen der Jahre 1934 bis 1937 einen besonderen Reiz. Obwohl der Schwerpunkt des Vortrags im wirtschaftshistorischen Bereich liegt, zeigt die Untersuchung, welchen Stellenwert die Analyse historischer Bilanzen vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Bilanzrechts für den Bereich der Unternehmensgeschichte besitzt.

Dienstag, 28.6.2011

 

Dr. Markus Rehberg, LL.M. (Cambridge)


Das Weisungsrecht des Arbeitgebers

Nicht nur im deutschen Recht ist es einem Arbeitgeber in einem gewissen Rahmen erlaubt, dem Arbeitnehmer einseitig rechtlich verbindliche Weisungen zu erteilen. Das ist dogmatisch schon deshalb herausfordernd, weil der Inhalt derartiger Weisungen selten bei Vertragsschluss gewollt oder erklärt war. Der Vortrag präsentiert hierzu einen Lösungsvorschlag.

Mittwoch, 20.7.2011

Dr. Victoria Ibold

Unternehmerische Entscheidungen im Fokus der Untreue gem. § 266 StGB - zum Verhältnis von unternehmensrechtlicher und untreuerechtlicher Pflichtwidrigkeit


In den letzten Jahren sind unternehmerische Entscheidungen zunehmend in den Fokus strafrechtlicher Bewertung gerückt - erinnert sei an die Entscheidungen Mannesmann und Siemens oder zur Spendenvergabe von Unternehmen und zu Kreditvergaben durch Banken. Zentraler Anknüpfungspunkt für eine strafrechtliche Erfassung solcher Entscheidungen ist die Untreue gem. § 266 StGB. Problematisch im Rahmen des § 266 StGB ist dabei immer das Verhältnis zwischen der unternehmensrechtlichen und der untreuerechtlichen Pflichtwidrigkeit. Inwiefern muss sich das Strafrecht an Wertungen des Unternehmensrechts halten und inwiefern ist eine eigenständige, restriktive Bewertung unternehmerischer Entscheidungen durch das Strafrecht erforderlich, um dem ultima-ratio-Gedanken Genüge zu tun? Der Vortrag wird sich dem Verhältnis von Unternehmensrecht und Strafrecht widmen und auch einen Lösungsvorschlag für eine eigenständige, restriktive Bewertung unternehmerischer Entscheidungen im Rahmen der Untreue präsentieren.