Juristische Fakultät
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Workshop Privatrecht

Das Workshop Privatrecht bietet ein Forum, um interessierten Kolleginnen und Kollegen die eigenen wissenschaftlichen Projekte vorzustellen. Wir streben einen zwanglosen Gedankenaustausch über Ideen an, die noch nicht fertig ausgearbeitet zu sein brauchen.

Beginn jeweils um 12.30 Uhr, Karl-Neumeyer-Saal (Raum 107), Institut für Internationales Recht – Rechtsvergleichung –, Veterinärstraße 5. Das Format ist ein Brown-Bag Lunch.

Programm im Wintersemester 2017/2018

Mittwoch

22.11.2017

Dr. Susanne Zwirlein

EU-Überseegesellschaften: Welches Gesellschaftskollisionsrecht gilt gegenüber Gesellschaften aus den mit der EU assoziierten überseeischen Ländern und Hoheitsgebieten?

Das EU-Recht sieht für die überseeischen Länder und Gebiete der Mitgliedstaaten ein eigenes Assoziierungssystem vor, das Umfang und Intensität der Anwendung der Verträge bestimmt. Dieses Regime stellt besondere Voraussetzungen für die Anwendung der Niederlassungsfreiheit auf nach dem Recht dieser Gebiete gegründete Gesellschaften vor. Diese Gesellschaften können sich nur dann auf die Niederlassungsfreiheit berufen, wenn sie einen „real and continuous link“ mit der Wirtschaft ihres Gründungsstaats haben. Der Vortrag behandelt die Auslegung dieses Erfordernisses und diskutiert dessen Folgen für das deutsche Gesellschaftskollisionsrecht für derartige Gesellschaften.

Montag

11.12.2017

PD Dr. Christine Osterloh-Konrad

Die Selbstorganschaft in der Personengesellschaft – Wesenszug oder Anachronismus?

Die Selbstorganschaft gilt in Deutschland seit jeher als Wesensmerkmal der Personengesellschaften, von dem ihre Organisationsverfassung trotz weitgehender Vertragsfreiheit der Gesellschaft nicht abweichen darf. Allerdings lässt die Rechtsprechung seit langem verschiedene Gestaltungsvarianten zu, welche die Zielsetzungen, denen das Prinzip der Selbstorganschaft vorgeblich dient, im Ergebnis konterkarieren. Vor diesem Hintergrund stellt der Vortrag die Frage, ob es sich bei dem vermeintlichen Wesenszug nicht eher um eine Art Anachronismus handelt. Um dieser Frage nachzugehen, wird die deutsche Rechtslage mit der Situation in verschiedenen anderen Rechtsordnungen verglichen. Dieser Vergleich stellt eine Reihe altbekannter Selbstverständlichkeiten in Frage.

Mittwoch

31.01.2018

Peter Zickgraf

Initial Coin Offerings – Ein Fall für das Kapitalmarktrecht?

Initial Coin Offerings (ICOs) stehen spätestens seit ihrem Verbot durch die chinesischen Aufsichtsbehörden im Fokus der Öffentlichkeit. Auch die US-Börsenaufsicht SEC sowie die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA haben sich zu diesem Thema geäußert und in ihren Mitteilungen die Auffassung vertreten, dass Teile der jeweiligen kapitalmarktrechtlichen Vorschriften auf ICOs anwendbar sein können. Bei einem Initial Coin Offering erhalten Anleger im Austausch gegen staatlich anerkannte Zahlungsmittel oder Kryptowährungen sogenannte Tokens. Oftmals räumen diese Tokens den Anlegern eine Gewinnbeteiligung an den zukünftigen Erträgen eines Unternehmens ein, wobei sich die konkrete Ausgestaltung von Fall zu Fall erheblich unterscheiden kann. Dies wirft die Frage auf, inwieweit sich die „digitalen Börsengänge“ überhaupt von konventionellen Börsengängen unterscheiden. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag der praktisch wichtigen Frage nach, ob bei ICOs eine Prospektpflicht nach dem Wertpapierprospektgesetz (WpPG) oder dem Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) besteht.